exhibition

Ausstellung Hans von Marées


ID: 207, Status: proof read
Exhibition period:
28/02/1909 - beg/04/1909
Type:
solo
Organizing Bodies:
Quickstats
Catalogue Entries: 153
Artists: 1
Gender: female: 0, male: 1
Nationalities: 1
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Date Title City Venue Type
Organizing Committee
"COMITÉ DER AUSSTELLUNG:
Paul Cassirer, Berlin; Prof. Adolf v. Hildebrand, München; Professor Max Klinger, Leipzig; Professor Alfred Lichtwark, Hamburg; Julius Meier-Graefe, Berlin; Geh. Regierungsrat Professor Dr. Franz v. Reber, München; Professor Max Slevogt, Berlin; Professor Louis Tuaillon, Berlin; Professor Heinrich Wölfflin, Berlin.", p. 3

"Um die Aufstellung der vier Dreiflügelbilder haben sich die Herren Architekte Paul Baumgarten, Berlin, und Maler Franz Pallenberg, Rom, verdient gemacht. Das Plakat wurde von Herrn Fritz Rhein, Berlin entworfen.", p. 3
Catalogue
Ausstellung Hans von Marées. Verlag Paul Cassirer 1909.
Printed by: Imberg & Lefson, Berlin SW. 68, nr. of pages: 93.
Holding Institution: Universitätsbibliothek Regensburg
Preface
Adolf Hildebrand: "Vorrede", p. 5-8

„VORREDE
Zwischen Eigenart in der Kunst und sich selbst gefunden haben ist ein grosser Unterschied. Eigenart unterscheidet von anderen, sagt aber nichts vom Verhältnis des Menschen zu sich. Eigenartig kann auch der Schnitt des Rockes sein, aber zu sitzen braucht der Rock deshalb noch nicht. Affektation, falsche Originalität können als Eigenart auftreten - sich selber finden ist das Werk der Wahrhaftigkeit gegen sich. Diese Wahrhaftigkeit gegen sich ist eine gar seltene Sache, und umso seltener, je empfänglicher die Natur, je grösser das Talent, je leichter der Ausdruck.
Das Lebenswerk Hans v. Marées', das jetzt sichtbar vor uns steht, ist der Ausdruck solcher Wahrhaftigkeit gegen sich, die unermüdliche Arbeit, zu sich selber durchzudringen. Sie legt Zeugnis ab vom ewigen Ringen weiter und weiter, dass nichts zwischen Natur und dem Ich stehe, zwischen dem Werk und der unmittelbaren Wonne an der Natur.
Wir sehen, was ihm bei Steffeck vom Lehrer beigebracht worden ist, dann weiter, was er vom Zeitgeist, von der ihn umgehenden Mode und Anschauung erhalten hat - seine Münchener Periode. Mit allem ausgerüstet von Natur, hatte er früh eine grosse Sicherheit, ein grosses Können. Porträt, Landschaften, Figuren, Pferde, alles ist ihm geläufig. Schon geht er stets aufs Ganze, immer spricht eine natürliche Wärme aus seinen Sachen. Aber bei aller Eigenart, die schon seine Bilder zeigen, ist er doch ein Kind der damaligen Zeit und Malweise. Nun sieht er Italien mit seinen Wundern. Er wird aus der Gegenwart herausgerissen, in die Welt von Jahrhunderten, ins Zeitlose gezogen, er sieht alles neu, ewig, getrennt von allen Zeitströmungen, und bricht mit allem, was diesen entspringt. Er fängt von vorne an, um den Weg zu finden zu einer Kunst, die, in sich zeitlos, das gibt, was immer zu den Menschen spricht als ursprünglicher Naturlaut, er sucht nach einer Kunst, bei der die Natur in ihrer Unschuld dasteht, direkt, ohne dass der Künstler daneben fühlbar wird und einen dabei anblinzelt, nach einer Kunst ohne Pointe, ohne Absicht, ohne persönliche Liebhaberei - rein in ursprünglicher Majestät der Erscheinung, wie bei der Antike. Da war alles Virtuosentum hinfällig, alle Geschicklichkeit, alles, was nicht wahres Erlebnis der Vorstellung: da fing der dornenvolle Weg an, seinem bisherigen Können zu entsagen, das für ihn schon von Konvention und künstlerischen Verliebtheiten verunreinigt war, alles zu vergessen und jeden einzelnen Stein sich selbst herbeizutragen zu dem neuen Bau. Er war wieder Anfänger, konnte nichts und stand ganz allein, nur seinen Herrgott vor sich.
So lernte ich damals in Rom den zehn Jahre Älteren kennen. Es war für mich ein Ereignis: die gestammelte, weite Welt in seinen Bildern, der hochgespannte Mensch, sein heilig glühend Herz, die inneren Leiden und Qualen, himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt: so schaute er in weiter Ferne ein Licht, noch unbestimmt, und schwur sich Treue, unverrückt es im Auge zu behalten, mochte kommen, was da wolle. Die moralische Anstrengung war gewaltig und erfüllte sein ganzes Wesen, denn es hiess jetzt, entsagen auf viele Jahre hinaus, von der Welt und ihrer Anerkennung sich zurückziehen, nichts gelten und nur vom inneren Glauben an sich leben.
Er hat den Kampf gekämpft und ist sich treu geblieben. Die Bilder geben Zeugnis, wie er sich mehr und mehr durchrang zu sich selber. Eine merkwürdige Entwicklung zu selbständiger Grösse der Anschauung steht vor uns. Er hatte alles verlernt, was die anderen konnten und er einst konnte, erreichte aber das seltene Ziel, eine grosse, reine Naturanschauung hinzustellen, frei vom Zeitlichen, Zufälligen, frei vom Persönlichen und voller lebendiger, ewiger Hoheit.
Adolf Hildebrand.“, p. 5-8

„Das Entgegenkommen der Regierungen, der öffentlichen Galerien und der Privatbesitzer Maréesscher Werke hat die Überführung der vorher in München veranstalteten Ausstellung nach Berlin möglich gemacht. Allen, die dazu beigetragen hatten, sprechen hiermit die Veranstalter ihren Dank aus.
Die Ausstellung umfasst ausser den in München gezeigten Werken noch eine Anzahl anderer GemäIde und Zeichnungen von Marées, die vorher nicht zugänglich waren. Von wesentlichen Gemälden, soweit sie den Veranstaltern bekannt sind, fehlen: die "Rast am Waldesrand", in Mecklenburger Privatbesitz, "Die Schwemme'' und die vier Kopien der Schackgalerie, München, und folgende Bilder der Nationalgalerie: Rastende Kürassiere, Bildnis des Malers Heger, männlicher Studienkopf und der erste hl. Georg. Abgesehen von diesen Werken und einigen skizzenhaften Bildern kann die Produktion des Künstlers an Gemälden als vollständig ausgestellt gelten. Von den vorhandenen Zeichnungen Marées' konnte, entsprechend dem verfügbaren Raum, nur ein geringer Teil gewählt werden.
Der Reinertrag der Ausstellung wird einer Marées-Stiftung zugeführt werden.“, p. 11-12

„Die Werke sind chronologisch geordnet. An vielen Bildern, namentlich der späteren Zeit, hat Marées jahrelang - zuweilen 7-8 Jahre - gearbeitet oder bat sie nach Unterbrechungen wieder vorgenommen. ln solchen Fällen ist möglichst genau stets das Jahr des Beginns genannt worden. Bei den meisten Werken kann dieses Datum als dokumentarisch gesichert gelten. Die Werke, bei denen nichts anderes bemerkt ist, sind Ölbilder. Viele Gemälde, namentlich der späteren Zeit, sind Temperamalerei, die mit Öl bezw. Firnis gedeckt sind.
Die Bilder der Galerie Schleissheim sind von Conrad Fiedler dem bayerischen Staat überwiesen worden, mit Ausnahme der Bilder No. 38, 67 und 76, die von der Familie des Herrn Oberstleutnants Georg von Marées, Bruders des Künstlers, dem bayrischen Staat überlassen wurden.“, P. 15
Catalogue Structure
Adolf Hildebrand: "Vorrede", p. 5-8
"Gemälde", cat. no. 1-148, p. 17-65
J. Meier-Graefe: "Hans von Marées. Biographie", p. 67-93
Additional Information
Traveling Exhibition
Catalogue Structure altered
Other Mediums listed
Note
"Zeichnungen aus den Beständen der Galerie Schleissheim
Aus dem Besitze von:
Herrn Geh. Kommerzienrat E. Arnhold in Berlin; Frau Hofkapellmeister Mary Balling, Schloss Riedberg in Partenkirchen; Herrn P. Bruckmann in Florenz; Herrn Georg v. Marées, Halle; Herrn Professor Louis Tuaillon, Berlin; Herrn Professor A. Volkmann, Rom.
Ausserdem 2 Radierungen aus dem Besitze des Herrn Dr. C. Glaser, Berlin.
Die Kartons und Pastelle sind unter den Bildern aufgeführt.
Der Abguss der Totenmaske wurde uns von Herrn Albert Leskien in Karlsruhe i. B. zur Verfügung gestellt.", p. 66

+Gender Distribution (Pie Chart)

+Artists’ Age at Exhibition Start(Bar Chart)

+Artists’ Nationality(Pie Chart)

+Exhibiting Cities of Artists(Pie Chart)

+Types of Work(Pie Chart)

+Catalogue Entries by Nationality(Pie Chart)

Name Date of Birth Date of Death Nationality # of Cat. Entries
Hans von Marées 1837 1887 DE 151
Recommended Citation: "Ausstellung Hans von Marées." In Database of Modern Exhibitions (DoME). European Paintings and Drawings 1905-1915. Last modified Aug 17, 2019. https://exhibitions.univie.ac.at/exhibition/207