exhibition

XXXX. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Österreichs Secession. Plakat-Ausstellung


ID: 1282, Status: proof read
Exhibition period:
Jan‒Feb 1912
Type:
group
Currency:
K (Austro-Hungarian Krone)
Ticket Price:
5 [multiple entries one year]
Quickstats
Catalogue Entries: 466
Artists: 2
Gender: female: 0, male: 2
Nationalities: 1
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Date Title City Venue Type
Organizing Committee
"ARBEITSAUSSCHUSS
Robert Oerley, Präsident.
H. Grom-Rottmayer; Rich. Harlfinger; Rudolf Jettmar; Ferdinand Kruis; Max Liebenwein; Franz Wacik.

PLAKATE: Ernst Eck; R. Harlfinger.
Rudolf Lechner, Sekretär", n. p.
Catalogue
XXXX. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Österreichs Secession. Plakat-Ausstellung. Vienna 1912.
Printed by: Kunstdruckerei Frisch, Wien, nr. of pages: [PDF page number: 101].
Holding Institution: online: Österreichische Galerie Belvedere, Research Center
Preface
Dr. O. Mascha: [no title], 3 p.

"Aber wie kann man nur Plakate ausstellen und sammeln? Bunte Papierfetzen, die heute Wind und Wetter preisgegeben, morgen dem Mistbauer verfallen sind? Ja, ich gestehe, zuerst war es nur die Freude der Augen an einem leuchtenden Farbenakkord, das Behagen an einem lustigen Fleck, an einer schönen Linie oder einem geistvollen Einfall, an einem Witz des Künstlers, die mich bestimmten, eine Auswahl derartiger Blätter viele Jahre hindurch aufzubewahren.
Nach Lichtwark und Muther ist vor einem Jahrhundert die Literatur der bevorzugte Stoff für die Unterhaltung gewesen, dann ist die Musik an die Reihe gekommen und heute spricht man natürlich auch noch über Dichtung und Musik, aber nicht mehr so ausschließlich wie früher, es scheint jetzt an die bildende Kunst die Reihe zu kommen. Tatsächlich hat auch in den letzten Dezennien unter allen Künsten keine so außerordentlich an allgemeinem Interesse und an Ausdehnung gewonnen, wie die bildende Kunst. Der immens steigende Besuch der Bildergalerien, zahllose Kunstausstellungen in allen Kulturzentren, Millionen von Amateurphotographen, die großartige Ausgestaltung des photomechanischen Reproduktionsverfahrens, Diapositivvorträge bei jeder Gelegenheit, der Ansichtskartensport, Kinematograph alles wendet sich an das Auge. Und nicht zuletzt das Plakat!
In einem geistvollen Aperçu vergleicht Max Liebermann die Graphik mit der Hausmusik. Beide vertiefen das Kunstinteresse und das Kunstverständnis. Will man diesen Vergleich fortsetzen, so entspricht das Plakat der Straßen-, Platz- und Burgmusik.
Bis gegen 1880 vorwiegend Schriftplakat wird es nach und nach zum Bildplakat. Wachsendes Kunstinteresse, guter Geschmack und nicht zuletzt die geschäftlich ganz richtige Absicht des Bestellers, das [n.p.]
eigene Plakat unter den daneben und darüber hängenden fremden Plakaten angenehm auffallen zu lassen, bestimmen den Besteller etwas tiefer in die Tasche zu greifen und immer öfter sich an wirkliche Künstler zu wenden. Es erscheint das Künstlerplakat. Allen voran Jules Chéret in Paris. Wohl finden sich unter den Incunabeln um 1840 herum auch schon andere große Namen. Aber erst seit Chéret hat das Künstlerplakat wirklich die Welt erobert. Man vergleiche übrigens sein Plakat Folies Bergéres 1876, Katalog Nr. 5, mit seinen späteren Blättern, um den großen Schritt abzuschätzen, den dieser eine Künstler allein in seiner Entwicklung gemacht hat und sehe bei Maindron, Beaumont, Sponsel, Zur Westen, Les Maitres de l’Affiche, La Plume, The Poster etc. nach, was für echte Kunstblätter um die Jahrhundertwende schon in Frankreich allein bescheiden als “Plakat” entstanden sind.
In Belgien steht nach dem genialen Félicien Rops, dessen Plakate aus der Zeit 1860–1870 heute buchstäblich mit Gold aufgewogen werden, sein Lieblingsschüler und langjähriger Mitarbeiter Armand Rassenfosse in der ersten Reihe der lebenden Plakatkünstler.
In England der früh verstorbene Beardsley, Beggarstaff, Walter Crane, unter den Schotten Mackintosh und Raeburn, in Nordamerika Rhead, Bradley, Penfield, Gibson.
In Deutschland Stuck, Heine, Otto Fischer, Otto Greiner, Dietz, Hengeler und sogar Max Klinger. Sehr anregend wirkt hier der seit einigen Jahren bestehende Verein der Plakatfreunde in Berlin. In Österreich war Blasius Höfel, der große Holzschnittkünstler, auch einer der ersten Meister des Künstlerplakats. Hans Makart zeichnete das heute schon unauffindbar gewordene Plakat für die Wiener Kunstausstellung 1873. In den Jahren 1870 bis 1875 waren der Druck der riesengroßen Plakate von Gerasch und Stur in je einem Stück eine damals sehr bemerkenswerte Leistung der Firma Eduard Sieger. [n.p.]
Es folgten Schließmann, Veith und Schramm, Orlik, Roller, Kolo Moser, Ernst und Gustav Klimt, Auchenthaler, Lefler, Liebenwein, Hynais u. a.
Unsere öffentlichen Sammlungen und Kupferstichkabinette haben diesem Zweig der graphischen Künste hauptsächlich wohl aus Platzmangel wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Auch die in Deutschland bestehenden öffentlichen Vorbildersammlungen, z. B. im Kunstgewerbemuseuro in Hamburg und in Berlin, im Kupferstichkabinett in Dresden, im Kunstgewerbemuseum in Dresden, im Suermondtmuseum in Aachen, sind noch nicht gar so alt. Vor Jahren hat der Verfasser dieser Skizze der k. k. Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien eine vorwiegend zu Unterrichtszwecken zusammengestellte Sammlung von etwa 400 Künstlerplakaten zum Geschenk gemacht und es ist in Österreich diese verdiente Anstalt wohl die einzige, die über eine öffentlich zugängliche Vorbildersammlung verfügt.
Der kunsthistorische Teil der gegenwärtigen Ausstellung gibt eine gedrängte Übersicht über die Entwicklung der Plakatkunst in den wichtigsten Kulturländern. Was aus dem Plakat bis heute weiter geworden ist, darüber vermitteln die zahlreichen Blätter allerneuester Zeit, besonders aus Österreich und Deutschland, ein gutes Bild.
Wien-Lainz, Dr. O. Mascha” [n.p]
Catalogue Structure
"Arbeitsausschuss", 1 p.
"Mitglieder-Verzeichnis", 6 p.
Prices, 1 p.
Acknowledgements, 1 p.
"Verkaufsbedingungen", 1 p.
"Plan der Ausstellung", 1 p.
"Inhaltsverzeichnis"
Preface, 3 p.
"Saal I" "Plakate", cat. no. 1-301
-- "Wand I", cat. no. 1-25
-- "Wand II", cat. no. 26-60
-- "Wand III", cat. no. 61-77
-- "Wand IV", cat. no. 78-153
-- "Wand V", cat. no. 154-174
-- "Wand VI", cat. no. 175-227
-- "Wand VII", cat. no. 228-248
-- "Wand VIII", cat. no. 249-301
"Durchgang", cat. no. 302-306
"Saal II" "Plakate", cat. no. 307-357
“Einige Bemerkungen zur Austellung meiner Arbeiten. Leopold Bauer“, 4 p.
"Saal III" "Kollektiv-Ausstellung Architekt Leopold Bauer", cat. no. 358-466
"Illustrationen", n.p.
Advertisements, n.p.
Additional Information
Other Mediums listed
Participant Addresses listed
Members listed
Member Addresses listed
Note
- „Im Sekretariat der Secession, I. Friedrich Str. 12 sind Jahreskarten zu Fünf Kronen erhältlich. Sie berechtigen zum beliebigen Besuche aller Ausstellungen eines Jahres
Atelierbesuche bei Mitgliedern der Secession werden auf Wunsch durch das Sekretariat vermittelt.“n.p.
- "Die Preise der Kunstwerke sind im Sekretariate zu erfahren. Der Verkauf wird ausschließlich durch das Sekretariat der Vereinigung vermittelt. Ein Drittel des Kaufpreises ist bei Abschluss des Kaufes als Anzahlung, der Rest mit Schluss der Ausstellung zu Erlegen. Der Transport der Kunstwerke erfolgt nach Schluss der Ausstellung auf Rechnung und Gefahr des Käufers.", n. p.

-Short descriptions of the hanging in the rooms are included in catalogue.

+Gender Distribution (Pie Chart)

+Artists’ Age at Exhibition Start(Bar Chart)

+Artists’ Nationality(Pie Chart)

+Places of Activity of Artists(Pie Chart)

+Exhibiting Cities of Artists(Pie Chart)

+Types of Work(Pie Chart)

+Catalogue Entries by Nationality(Pie Chart)

Name Date of Birth Date of Death Nationality # of Cat. Entries
Leopold Bauer 1872 1938 AT 101
Richard Harlfinger 1873 1948 AT 6
Recommended Citation: "XXXX. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Österreichs Secession. Plakat-Ausstellung." In Database of Modern Exhibitions (DoME). European Paintings and Drawings 1905-1915. Last modified Nov 26, 2019. https://exhibitions.univie.ac.at/exhibition/1282