exhibition

Arbeit

Kollektion Fritz Gärtner Mallinckrodt - München
ID: 1458, Status: completed
Exhibition period:
Jan 4‒15, 1912
Type:
solo
Organizing Bodies:
Moderne Galerie (Heinrich Thannhauser)
Quickstats
Catalogue Entries: 65
Types of Work: painting and drawing: 54, other medium: 9, unknown: 2
Artists: 1
Gender: female: 0, male: 1
Nationalities: 1
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Date Title City Venue Type
Date Title City Venue # of common Artists
Jan‒Feb 1914 Deutschböhmischer Künstlerbund [German-Bohemian Artists Association] Prague Rudolfinum 1 artists
Feb‒Mar 1912 Zvláštní výstava spolku Deutsch-Böhmischer Künstlerbund [Special Exhibition of the German-Bohemian Artists Association] Prague Rudolfinum 1 artists
Feb‒Mar 1910 Deutschböhmischer Künstlerbund [German-Bohemian Artists Association] Prague Rudolfinum 1 artists
Mar‒Jul 1912 XLI. Ausstellung der Vereinigung bildender Künstler Österreichs Secession Vienna Gebäude der Secession 1 artists
01/03/1907 - end/04/1907 Frühjahr-Ausstellung des Vereins bildender Künstler Münchens "Secession" Munich Königliches Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz 1 artists
Mar 2‒May 10, 1909 Frühjahr-Ausstellung der Münchener Secession Munich Königliches Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz 1 artists
Apr 1910 Zwanzigste Ausstellung der Berliner Secession Berlin Ausstellungshaus am Kurfürstendamm 208/9 1 artists
Apr‒May 1913 73. výroční výstava Krasoumné jednoty pro Čechy [73. Annual Exhibition of the Art Union for Bohemia] Prague Rudolfinum 1 artists
Mar 1905 Frühjahr-Ausstellung des Vereins bildender Künstler Münchens "Sezession" Munich Königliches Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz 1 artists
13/03/1913 - end/05/1913 Frühjahr-Ausstellung der Münchener Secession Munich Königliches Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz 1 artists
May 12‒Oct 16, 1910 Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes Darmstadt Darmstadt Städtisches Ausstellungsgebäude auf der Mathildenhöhe 1 artists
Mar 2‒Apr 20, 1912 Frühjahr-Ausstellung der Münchener Secession Munich Königliches Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz 1 artists
Catalogue
Arbeit. Kollektion Fritz Gärtner Mallinckrodt-München. 1912.
Holding Institution: Bayerische Staatsbibliothek
Preface
"Dr. Georg Jacob Wolf- FRITZ GÄRTNERS KOLLEKTIV- AUSSTELLUNG 'ARBEIT'.

"Eine respektable Gruppe moderner Gesetzgeber der Ästhetik will aus der bildenden Kunst das stoffliche Interesse und das thematische Motiv völlig ausgeschaltet wissen zugunsten reintechnischer, nur-artistischer Momente. Diese Tendenz ist begreiflich. Auch in ihrer Überschraubtheit begreiflich. Denn sie ist polemischer Natur. Und wer im Kampf steht, der darf übertreiben. Das alte historische Kartonbild nicht minder als das novellistische Genre gefielen sich in einer geradezu beängstigend saftigen Weise des Erzählens. Die Grenzen zwischen bildender und belleristischer Kunst waren nahezu hinweggewischt. Der Gegenstand, das Erzählende trat in den Vordergrund. Darstellung und Technik wurden sekundäre Begriffe. Gegen solche Erscheinungen galt es zu kämpfen. Nur sie aber, in der ernsthaften Kunst wenigsten, überwunden sind, könnten wir es uns eigentlich wieder leisten, thematisch zu werden. Nicht wie jene Genre- und Historienmaler Pilotyscher Richtung unseligen Angedenkens, sondern im Sinne und aus dem [n. p.] Geiste jener vier großen Maler, die am Eingange der deutsche ’Moderne’ stehen, und deren Namen als Morgenweihe am Tage des Kampfes jeder junge Künstler anrufen müßte mit herzlicher Inbrunst: Böcklin, Feuerbach, Marées und Leibl. Wer aus ihren Werken das thematische streichen wollte, das Gegenständliche völlig austilgen, der würde ihrem Oeuvre viel seiner Schönheit, seiner Kraft, seines Beziehungsreichtums nehmen....
Die Erkenntnis, daß ein froher Gestalter des Tatsächlichen recht wohl ein ’moderner’ Künstler zu sein vermöge, hat sich namentlich bei der künstlerischen Jugend Deutschlands noch hier stark durchgesetzt. Der Nachwuchs, auf den wir alle unsere Hoffnungen werfen – und das oft mit schwerem Herzen -, glaubt, daß er alles Gegenständliche ängstlich vermeiden müsse, daß es nötig sei, das stoffliche Motiv, wo nur immer möglich, zu verwischen. Ein mißverstandener Impressionismus, ein falsch aufgefaßter Extremismus, wie er sich im letzten Arbeitsabschnitt einiger Franzosen dokumentiert, hat die künstlerische Jugend zu diesem Irrtum geleitet.
Man begrüßt daher eine auf der realen Basis gesunder Gegenständlichkeit stehende und technisch durchaus entsprechende Persönlichkeit wie Fritz Gärtner mit besonderem Vergnügen. Dieser junge Deutsch-Böhme, an der Münchner Akademie Schüler von Hackl, Löfftz und Marr, jetzt selbständig schaffend auf Mallinckrodt an der Ruhr, hat das gegenständliche Thema da gepackt und aus der Natur herausgerissen, wo es sich in der erfrischendsten Vielgestaltigkeit, im edelsten Rhythmus darstellt: er hat sich die bildnerische Naschschaffung der Arbeit zur Aufgabe gemacht. Arbeit – ein edles Wort, aus dem Tiefsinn und Tat, Mut und Zuversicht rinnt, das etwas Segnendes hat. Freiclich auch etwas Lastendes, Schweres, Zentnerwucht, wenn man beispielweise an Meuniers Grubenarbeiter-Gestalten denkt. Meunier hat den Fluch der Arbeit gemalt, jener stumpfen, geistig toten, ewig das ewige Einerlei wiederholenden Arbeit, die nur eine physische ist, eine [n.p.] Geist und Gemüt abtötende. Millet dagegen hat uns jene andere Arbeit im Bilde gezeigt, die aller Erhebungen, aller Religiosität voll ist: die Arbeit im Freien, die Arbeit in enger Fühlung mit der Natur, das Schaffen auf dem Feld, im Garten, im Wald, auf Berghöh und am Uferstrand. So auch Gärtner. Ihm heißt Arbeit Lebensfreude. Wie er selbst ein unermüdlich Schaffender ist, so scheinen es auch die Gestalten seines Werkes zi sein. Es sind keien Niedergebrochenen. Keine zermürbten, zerschrotetetn, zerarbeiteten, stummsinnigen Werkler. Es sind elastische, spannkräftige, gesunde Tatmenschen. Unter einem plastischen Werk Gärtners stehen die bedeutungsvollen Worte: ’In labore salus’. Das ist es. Und daß dem so ist, das hat seinen Grund darin, daß die von Gärtner zum Bild gestaltete Arbeit sich in Licht und Sonne vollzieht, daß sein in engsten Zusammenhang, in reisten Einklang mot der Natur gebracht ist. Denn das sei nicht übersehen: im Tiefsten seines Wesens ist Fritz Gärtner Landschafter und alle seine Gemälde sind aus der Landschaft heraus geboren. Die Landschaft ist ihm das primäre. Er sieht in ihr sozusagen die Arbeit der Natur. Wo andere nur goethische ’ewige Zier’ erblicken, tut sich seinen schaufrohen Augen unbewußt der uralte Entwicklungsprozeß das Geheimnis des Werdens auf – Blühen, Reifen, Welken, Ruhen, in dem schon wieder die Gewähr des neuen Werdens liegt, diesen Kreislauf der Jahreszeiten nimmt er sozusagen mystisch, verinnerlicht ihn, indem er den Menschen zu Natur, die Natur zum Menschen in Relation bringt. Mensch und Landschaft verhalten sich bei ihm nicht wie Staffage und Folie zu einander, sondern beide werden zum Kosmos, eines bedarf des anderen, und es wird des Lebens schönes Bild, das Gärtner damit selbstverständlich und dabei doch so überraschend abschildert.
Es spricht für Gärtners Lebensauffassung, daß sich in seiner Kunst keine düsteren, schweren Motive finden. Schönbewegte [n. p.] Glieder, frohe Gesichter, Heiterkeit und Kraft im Ährengold, im sonnenüberrieselten Kartoffelacker, in der farbenfrohen Gärtnerei predigen ein neues Arkadien, ein Arkadien der Arbeit. Sein begeisterter Sänger ist dieser junge Künstler aus Aussig, der in Gemälden, in Plastiken, Zeichnungen und Graphiken nicht nur der Arbeit äußeres Bild gibt, sondern, wie wir sahen, auch ihren Sinn zu deuten unternimmt. ’Sänger’ und ‚Sinn’? Heißt das nicht, daß auch er zu jenen unmalerischen Malern, unplastischen Plastikern gehört, die an der Grenze wohnen und bedenklich ins ’Literarische’ hinüberschielen? Nein und nein. Dazu ruht seine Kunst heute schon zu fest in ihrer Technik. Dazu ist seine Anschauung der Dinge eine viel ausgesprochen bildkünstlerische. Dazu reizen ihn viel zu sehr farbige Harmonien, Bewegungsprobleme, Überschneidungen, kompositionelle Momente. Denn das ist ja das Erfreuliche an einer Erscheinung wie Fritz Gärtner, an einer Tat wie seinem Werk: ihm selbst nur dunkel bewußt, kam der tiefere, der quasi philosophische Gehalt in seine Kunst. Er ist vor allem Maler. Aber was gibt und malt und meißelt, das läßt auch dem Beschauer Raum. Er ermöglicht, in diese Werke der Kunst etwas hineinzulesen, was Geist vom eigenen Geist ist. Denn es ist nicht bis zum letzten Pünktchen alles ausgetüftelt, es ist nicht geschwätziger Breite und malerischer Redseligkeit alles, auch alles gesagt. Sondern der Phantasie des Beschauers bleibt Spielraum. Und daran wird der, der für echte Kunst Witterunf hat, den Wert und die Garantie der Weiterentwicklung des Gärtnerschen Schaffen erkennen.

München, Weihnachten 1911. Dr. Georg Jacob Wolf. [n. p.]
Catalogue Structure
Reproductions, 2 p.
"FRITZ GÄRTNERS KOLLEKTIV- AUSSTELLUNG 'ARBEIT'" 3 p.
"Ölgemälde, Ölstudien" cat. no. 1-42, 1 p.
"Graphik" cat. no. 43-56, 1 p.
Reproduction, 1 p.
"Plastik", cat. no 57-63, 1 p.
Reproductions, 12 p.

+Gender Distribution (Pie Chart)

+Artists’ Age at Exhibition Start(Bar Chart)

+Artists’ Nationality(Pie Chart)

+Exhibiting Cities of Artists(Pie Chart)

+Catalogue Entries by Type of Work(Pie Chart)

+Catalogue Entries by Nationality(Pie Chart)

Name Date of Birth Date of Death Nationality # of Cat. Entries
Fritz Gärtner 1882 1958 CZ 56
Recommended Citation: "Arbeit." In Database of Modern Exhibitions (DoME). European Paintings and Drawings 1905-1915. Last modified Nov 8, 2019. https://exhibitions.univie.ac.at/exhibition/1458