exhibition

I. Ausstellung der Künstlervereinigung Sema


ID: 1454, Status: completed
Exhibition period:
1912
Type:
group
Quickstats
Catalogue Entries: 74
Artists: 16
Gender: female: 1, male: 15
Nationalities: 6
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Date Title City Venue Type
Date Title City Venue # of common Artists
May 30‒Oct 1, 1914 Neue Münchener Secession. Erste Ausstellung Munich Galerienstraße 26 8 artists
Mar 3‒Apr 20, 1911 Frühjahr-Ausstellung der Münchener Secession Munich Königliches Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz 7 artists
Feb 29‒Apr 20, 1908 Frühjahr-Ausstellung des Vereins bildender Künstler Münchens "Secession" Munich Königliches Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz 4 artists
May 25‒Sep 30, 1912 Internationale Kunstausstellung des Sonderbundes Westdeutscher Kunstfreunde und Künstler zu Cöln Cologne Städtische Ausstellungshalle am Aachener Tor 6 artists
Aug‒Sep 1913 Neue Kunst. II.Gesamtausstellung Munich Hans Goltz 3 artists
May 15‒Oct 31, 1912 Kunstausstellung der Münchener Secession Munich Königliches Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz 5 artists
Mar 2‒Apr 20, 1912 Frühjahr-Ausstellung der Münchener Secession Munich Königliches Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz 8 artists
Jan 1914 Expressionistische Ausstellung / Die neue Malerei Dresden Galerie Ernst Arnold 2 artists
Feb 1‒Mar 31, 1912 Deutscher Künstlerbund. Grosse Ausstellung Bremen Kunsthalle Bremen 6 artists
Mar 1‒Apr 20, 1910 Frühjahr-Ausstellung der Münchener Secession Munich Königliches Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz 4 artists
13/03/1913 - end/05/1913 Frühjahr-Ausstellung der Münchener Secession Munich Königliches Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz 6 artists
Dec 2, 1913‒Feb 1, 1914 Winter-Ausstellung. Zeichnungen-Graphik-Aquarelle-Pastelle [Münchener Secession] Munich Königliches Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz 4 artists
Oct 1912 Neue Kunst. Erste Gesamt-Ausstellung Munich Hans Goltz 2 artists
May‒Oct 1909 Internationale Kunstschau Wien Vienna Gebäude der Kunstschau Wien 3 artists
May 18‒Oct 31, 1910 Internationale Kunstausstellung der Münchener Secession Munich Königliches Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz 3 artists
May 4‒Sep 30, 1913 Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes 1913 Mannheim Kunsthalle Mannheim 6 artists
May 12‒Oct 16, 1910 Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes Darmstadt Darmstadt Städtisches Ausstellungsgebäude auf der Mathildenhöhe 5 artists
Feb 1‒Mar 31, 1914 Internationale Ausstellung in der Kunsthalle Bremen Bremen Kunsthalle Bremen 4 artists
1913 XXVI. Ausstellung der Berliner Secession Berlin Ausstellungshaus am Kurfürstendamm 208/9 2 artists
Dec 1908 Sechzehnte Ausstellung der Berliner Secession. Zeichnende Künste Berlin Ausstellungshaus am Kurfürstendamm 208/9 3 artists
Nov 27, 1909‒Jan 9, 1910 Neunzehnte Ausstellung der Berliner Secession. Zeichnende Künste Berlin Ausstellungshaus am Kurfürstendamm 208/9 2 artists
Mar 2‒May 10, 1909 Frühjahr-Ausstellung der Münchener Secession Munich Königliches Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz 2 artists
15/05/1908 - end/10/1908 Internationale Kunst-Ausstellung des Vereins bildender Künstler Münchens (E.V.) "Secession" Munich Königliches Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz 2 artists
Mar 1905 Frühjahr-Ausstellung des Vereins bildender Künstler Münchens "Sezession" Munich Königliches Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz 2 artists
May 16‒Oct 31, 1911 Internationale Kunstausstellung der Münchener Secession Munich Königliches Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz 2 artists
1912 XXIV. Ausstellung der Berliner Secession Berlin Ausstellungshaus am Kurfürstendamm 208/9 2 artists
Apr 12‒Sep 30, 1914 Erste Ausstellung der Freien Secession Berlin Berlin Ausstellungshaus am Kurfürstendamm 208/9 2 artists
May‒Oct 1913 LIA. Leipziger Jahresausstellung 1913 Leipzig Gelände der Internationalen Baufach-Ausstellung 3 artists
Mar 3‒Apr 19, 1914 Frühjahr-Ausstellung der Münchener Secession Munich Königliches Kunstausstellungsgebäude am Königsplatz 2 artists
Catalogue
1. Ausstellung der Künstlervereinigung Sema. 1912.
Nr. of pages: 48.
Holding Institution: Bayerische Staatsbibliothek
Preface
[M.K. Rohe]: [no title], p. 3-13

"Werke der Kunst sollten wohl für sich selbst sprechen und eines Kommentares nicht bedürfen; - in einer Zeit aber, wie unsere, in der vielerlei uns drängt, Werte umzuwerten, die unseren Vätern noch genügen konnten, nicht aber uns mehr, und wo wir, mit klarem Bewußtsein uns für Dies oder Jenes zu entscheiden haben, muß, ob wir nun wollen oder nicht, des öfteren duch über Dinge geredet werden, die einer reiferen und reicheren Zeit mehr Angelegenheit des sinnlichen Erfassens sind, denn theoretischer Betrachtung.
Es empfiehlt sich, will man die Absichten erkennen, von denen sich die in der Sema vereinigten bildenden Künstler leiten lassen, daß man, ehe man an ihre Arbeiten herantritt, sich rasch vorher noch einmal eines der interessante- [p. 3]
sten Kapitel moderner Kunstgeschichte ins Gedächtnis zurückruft: die Geschichte der Malerschule von Pont-Aven. Zu ihrer Gründung haben wir heute immerhin schon einigen Abstand gewonnen und das Verhältnis zur frühesten Phase ihrer Entwicklung ist ein schon historisches.
Man stößt da auf Tatsachen, die laut und vernehmlich genug reden und dem kritischen Geiste Winke geben, wohin die Kunst der Gegenwart sich zu wenden habe, wenn anders sie all die Hoffnungen erfüllen soll, die ihre Vertreter von heute auf sie setzen:
Unter den drei Großen, Cezanne, Van Gogh und Gauguin, die die moderne Kunst in weitaus ausgedehntestem Maße in ihren Bann gezogen haben, ist es vornehmlich wieder letzterer, der sie am direktesten beeinflußt hat. Das rührt [p. 4]
daher, daß Gauguin erstens einmal noch persönlich einer Schule vorstand, die anfangs in Pont-Aven, in der Bretagne, ihren Standort hatte, später aber in dem stilleren Pouldu, und daß seine Art Malerei am durchsichtigsten die Normen enthüllte, die über den engbegrenzten und der Erscheinungswelt gegenüber auf Passivität angelegten Impressionismus hinaus zu einem Zeitstil von mehr aktiver Gestaltung und stärkerer Geistigkeit verhelfen konnten, wie ihn mit dem Meister einige wenige seiner künstlerisch intensiver empfindenden Zeitgenossen ersehnten.
Aber Gauguin war trotz manchem, was an ihm darnach aussah, nichts weniger als Dogmatiker und im Gegensatz zu Manet etwa, völlig ungeeignet, einer Schule Konzentration zu geben. Ein vor-[p. 5]
wiegend intuitives Temperament von Beweglichkeit, Einbildungskraft, Ideenreichtum und fruchtbaren Instinkten hat er eine Reihe von Lehrmeinungen aufgestellt, die für ihn wohl volle Gültigkeit besaßen und der leidenschaftlichen Formulierung wegen, auf empfängliche Gemüter auch von höchst werbender Kraft sein mußten, die aber, von minderen Potenzen, wie er eine war, befolgt und in Praxis umgesetzt, sich als sehr zweischneidige Instrumente erwiesen. Sätze wie: »Es ist für junge Leute gut, ein Modell zu haben, aber zieht, während ihr malt, den Vorhang darüber. Besser ist aus dem Gedächtnis zu malen, so wird euer Werk euch gehören« oder »Vermeidet das allzu Fertige; ein Eindruck ist nicht so robust, daß der Versuch, ihn mit kleinlichen Details zu ver-[p. 6]
stärken, nicht dem ersten Wurf schade«, sind beifallswürdige Manifestationen einer selbstsicheren, von innerer Fülle und visionärer Erregung getriebenen Persönlichkeit, aber kaum geeignet, Zucht und Sinn für Tradition in einer Schule zu wecken, die doch offenkundig als solche keinen anderen Sinn haben kann, als dem Niveau zu dienen und durch die Zusammenarbeit mehrerer eine Vollendung der Mittel auszubilden, die für den einzelnen wieder von größtem Vorteil sein kann und ihm, je nach Maßgabe seiner inneren Berufung, eben des vorliegenden Maßstabes wegen, gestattet, sich über die imposante Höhe der durch die kollaborative Arbeit errichteten Basis noch emporzuheben. Die Gauguin-Schule hat solche Früchte nicht getragen und sie konnte dies auch nicht, [p. 7]
ihrer ganzen Anlage wegen. Statt zu einer Sammlung der Kräfte führte sie zu immer weitergehender Individualisierung und Differenzierung davon und verfolgt man nur die einzelnen Etappen ihres Wirkens, so sieht man, wie sie immer tiefer in Anarchie und Chaos hineingeriet und noch gerät. Zu glauben aber, daß eine in Permanenz erklärte Anarchie der richtige Boden für das kommende Neue sei, erscheint doch als ein sehr verfänglicher Irrtum; es steht solche Annahme zu sehr in Widerspruch mit aller historischen Erfahrung und bedenklich ist die Tatsache, daß die » Wilden«, wie man den Gauguinschen Anhang zweiter und dritter Hand mit einem Sammelnamen wohl genannt hat und der nun schon auf eine zweijahrzehntelange Tätigkeit zurückblickt, bis jetzt als Niveaubildner [p. 8]
duch kaum die Spur positiver Leistung aufzuweisen hat. Dem gegenüber steht die Erfahrung, daß das wenige Positive, was zum Vorschein gekommen ist, sich da spüren läßt, wo Tradition aufgenommen und diese nach ihrer entwicklungsfähigen Seite hin im modernen Sinne weitergestaltet worden ist. Es ist dies auch der natürliche Weg; die natürliche Art des Wachstums jedes Organismus, bei dem jedes Glied auf ein vorher erschienenes sich beziehen muß und nicht in der Luft hängen kann. Schon Gauguin war es, bald nach Beginn seiner Lehrtätigkeit, bei dem Anblick der Geister, die er gerufen, nicht ganz geheuer gewesen und der Verdacht, der neuerdings ausgesprochen worden ist, daß er eben deswegen mit, seine Schule schon so bald wieder im Stich ließ und sich nach [p. 9]
Tahiti zurückzog, ist sicher kein ganz unbegründeter und wird bestätigt durch die pessimistische Auffassung, die er gegen Ende seines Lebens von dem Wert jeder Schule überhaupt hatte. Er hat da allerdings das Kind mit dem Bad ausgeschüttet, selbst die wertvollen Seiten der Schule geleugnet und einem Individualismus schärfster Prägnanz das Wort geredet.
Nun gibt es aber heute einen kleinen Kreis von Schaffenden, der an die Möglichkeit der Fruktifizierung von Ideen, wie sie aus einem seit dem Gauguinschen Anstoß ins Extreme getriebenen Individualitätsprinzip heraus sich entwickelt haben; nicht glaubt, noch glauben kann. Und ihm erscheint das Verhalten der engeren und weiteren Nachfolge des Meisters, die außer seinen [p. 10]
natürlich noch eine Menge anderer Einflüsse aufgenommen hat, so originell es scheinbar auch aussieht, als unheilvoll und verworren.
Künstler solcher Anschauung haben sich in der Sema vereint und sehen ihre Hauptaufgabe darin, jene Konzentration all der lebensvollen Kräfte der Moderne herbeizuführen, die nach dem oben Angedeuteten, allein einen Aufbau von sicherer Fundamentierung gewährleistet, den Aufwand des Zusammenschlusses lohnt und jene Einwirkung auf die Zeit verspricht, die die Kunst jeder starken Epoche bisher noch immer genommen hat. Eines der Hauptziele ist insonderheit jener Scholastik des reinen Theoretisierens entgegenzuarbeiten, die, das Zeichen einer innerlich verarmten Aera, lediglich dem Gehirn entspringt, [p. 11]
dieses allein befriedigt, und sich darin gefallt, ständig neue und individuelle Theorien, die sich natürlich ins Ungemessene vermehren lassen, auf den Schild zu heben, die in den meisten Fällen in ein Spielen mit Formproblemen, lediglich um des Spieles wegen, auslaufen.
So wertvoll das Formale an sich auch ist und so wenig es sich von dem lnhalt trennen läßt, es gibt eine Grenze für seine Bedeutung; dort hört es auf das natürliche und ebenmäßige Gewand des Inhaltes zu sein und hat seinen Wert für die Kunst ebenso dahin, wie der ungeformte Stoff.
Was die in der Sema Vereinigten herbeizuführen helfen wünschen, ist eine Kunst, die allein diesen Namen verdient: eine Erhebung des Geistes und Gemütes durch die Sinne, eine Kunst, die alle rein [p. 12]
artistischen Vergnügungen weit hinter sich lassend, der Zeit und Zukunft dient und ein inneres Schicksal erfüllt, - nicht bloß vortäuscht.

M.K. Rohe [p. 13]“
Catalogue Structure
Preface, p. 5-13
"Katalog", cat. no. 1-73, p. 17-32
"Abbildungen", p. 33-46
"Adressen der Aussteller", p. 47-48
Additional Information
Traveling Exhibition
Participant Addresses listed
Note
"Die Wanderausstellung beginnt in der Modernen Galerie Thannhauser, München", p. 2
Additional Notes
Please note that the catalogue information has not been entered by the original, but was taken from the appendix of a master thesis (see publication). Susanne M. I. Kaufmann: Masterarbeit - Die "Künstlervereinigung Sema". Eine Künstlergruppierung zwischen expressionistischer Kunstauffassung und den Mechanismen des Kunstmarktes. 2008. pp. 154-169. https://doi.org/10.5282/ubm/epub.12181

+Gender Distribution (Pie Chart)

+Artists’ Age at Exhibition Start(Bar Chart)

+Artists’ Nationality(Pie Chart)

+Places of Activity of Artists(Pie Chart)

+Exhibiting Cities of Artists(Pie Chart)

+Types of Work(Pie Chart)

+Catalogue Entries by Nationality(Pie Chart)

Name Date of Birth Date of Death Nationality # of Cat. Entries
Karl Caspar 1879 1956 DE 3
Maria Caspar-Filser 1878 1968 DE 5
August Fricke 1875 1948 DE 4
Robert Genin 1884 1930 RU 7
Wilhelm Gerstel 1879 1963 DE 2
Frank S. Herrmann 1866 1942 2
Fritz Max Hofmann-Juan 1873 1937 DE 4
Gustav Jagerspacher 1879 1929 DE 4
Paul Klee 1879 1940 CH 13
Wilhelm Laage 1868 1930 DE 1
Max Oppenheimer 1885 1954 AT 3
Edwin Scharff 1887 1955 DE 5
Adolf Schinnerer 1876 1949 DE 4
Julius Wolfgang Schuelein 1881 1970 DE 1
Karl Schwalbach 1885 1983 DE 6
Eugène Zak 1884 1926 PL 1
Recommended Citation: "I. Ausstellung der Künstlervereinigung Sema." In Database of Modern Exhibitions (DoME). European Paintings and Drawings 1905-1915. Last modified Nov 8, 2019. https://exhibitions.univie.ac.at/exhibition/1454